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L+130: Logbuch

Hey, ich bin sicher, dass ihr es schon gehört habt: wir haben zwei neue Besatzungsmitglieder hier auf der ISS, welche – kein Witz – für ein ganzes Jahr bleiben werden!

Dies dürfte die erste von mehreren Langzeitmissionen sein und der Hauptgrund dafür ist die Beobachtung der menschlichen Physiologie und Gesundheit während längerer Aufenthalte statt der standardmäßigen 6 Monats-Missionen. Es überrascht also nicht, dass Scott und Misha bereits intensiver „unter dem Mikroskop liegen“ als z.B. Terry oder ich.

Es gibt eine breit gefächerte Zahl von Untersuchungen, die diverse Aspekte ihres Anpassungsprozesses anvisiert und all diese Experimente benötigt Daten vom Beginn der Mission.

Heute war ein wichtiger Tag für die Erforschung der Augengesundheit!
Mein Arbeitstag endete mit Sitzungen in denen ich Scott und Misha beim Erstellen von Fundoskopie-Bildern ihrer Augen unterstütze, aber bereits vor unserer Tagesplanungskonferenz hatte ich den Aufgabe, unsere optische Kohärenztomographiemaschine (Optical Coherence Tomography – OCT) für ihre Augen Scans aufzubauen.

Gennady assistierte Misha bevor ich dran war, Scott zu assistieren. Ich muss zugeben, dass ich diese Scans immer ein wenig fürchte: gute Scans durchzuführen ist nicht immer einfach und es ist nicht unüblich, sie mehrere Male wiederholen zu müssen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Es kann ein wenig frustrierend für den Operator und ermüdend für die Untersuchungsperson sein, welche ihre/seine Augen für eine lange Dauer ruhig und offen halten muss.

Wir haben sehr gute Anleiter, welche die Show vom Boden steuern, sie bekommen das Bild von unserem Laptop allerdings mit einer minimalen Verzögerung gestreamed, was es manchmal schwierig macht, Echtzeit-Anleitung zu geben, wenn sich das Bild so schnell ändert. Doch ich musste mir heute wirklich keine Sorgen machen. Scott ist darin ein Naturtalent! Er ist die perfekte Untersuchungsperson (zumindest eine sehr viel bessere als ich): sein Blick war so ruhig, dass während der Scans nur minimale Anpassungen der Linsenposition nötig waren, um die benötigten Schichten im Blick zu halten, was meinen Job recht einfach macht. Danke, Scott!

Zwischen den Augenuntersuchungssitzungen und einigen kleineren Aufgaben (wie Fehlerbehebung an unserem Merlin Kühlschrank) hatte ich heute drei Videokonferenzen mit Leuten am Boden – ein bisschen unüblich, typischerweise verteilen diese sich über die Woche. Neben den wöchentlichen Videokonferenzen mit meiner Flugkoordinateurin Brigitte sprach ich mit ESA Kollegen im COL-CC und ESTEC: der Missionsdirektor und der leitende Flugdirektor, wie auch die diensthabenden Eurocom Kollegen und der Wissenschaftsdirektor der Mission. Artähnlich hatten Scott, Terry und ich am Abend unsere wöchentliche Konferenz mit Houston und Huntsville für die NASA Perspektive und ein Update der aktuellen Tätigkeiten vom leitenden Flugdirektor und dem Rest des Teams von Expedition 43.

Wenn ihr den live-Feed von der Raumstation sowie Weltraum-zu-Boden (space-to-ground) Nachrichten verfolgt, habt ihr sicher schon mitbekommen, dass ihr solche Konferenzen nicht hört: das liegt daran, dass die Missionskontrolle Einschränkungen anführt, sodass niemand außer den beteiligten Parteien die Gespräche hören kann. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist das besonders wichtig für die regelmäßigen medizinischen und physiologischen Konferenzen, aber auch für die wöchentlichen Familienkonferenzen, wie auch für aus der Ferne gesteuerte Untersuchungen an menschlichen Untersuchungsobjekten, wie z.B. Ultraschall oder die heutigen OCT Scans.

Außerdem arbeitete ich heute an der Wasserbalance. Wie ihr sicher wisst, recyceln wir all das Wasser an Bord mithilfe einem Gerät namens „Wasser-Verarbeitungs-Anlage“ (Water Processing Assembly – WPA). WPA hatte in letzter Zeit etwas Schluckauf, weswegen es aktuell kein Trinkwasser produziert. Aber keine Panik! Wir haben noch reichlich Wasser in den Leitungen und viele volle Wassersäcke. Während die Spezialisten am Boden einen vorausschauenden Plan zur Fehlerbehebung an WPA entwickeln, gibt es ein bisschen Arbeit, um eine ordentliche Wasserqualität beizubehalten.

Schaut für mehr Infos in die Bildbeschreibungen!

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Wir haben unser Wasser in diesen Säcken, genannt CWC-I. Der Buchstabe I (und die Farbe Lila auf dem Etikett) zeigen an, dass er jodiertes Wasser enthält – Jod ist unserem Trinkwasser für die Kontrolle von Mikroorganismen hinzugefügt, wird dem Wasser aber am Spender vor der Ausgabe wieder entzogen. Es ist wichtig, ordentliche Etiketten auf den Säcken zu haben: braune Etiketten z.B. kennzeichnen Kondenswasser (rückgewonnenes, noch nicht wiederverarbeitetes Wasser). Wenn man Kondenswasser in einen „lilanen Sack“ füllt, wäre dieser Sack verunreinigt und man könnte kein Trinkwasser mehr hinein füllen.

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Scott und ich arbeiten an seinen ersten Scans mit dem optischen Kohärenztomographen. Er wird diese Scans für das nächste Jahr jeden Monat wiederholen.

Originaler Logbucheintrag bei Google+

(Trad IT)  Traduzione in italiano a cura di +AstronautiNEWS  qui:
http://www.astronautinews.it/tag/logbook

(Trad FR) Traduction en français par +Anne Cpamoa ici:
https://spacetux.org/cpamoa/category/traductions/logbook-samantha

(Trad ES) Tradducción en español por +Carlos Lallana Borobio aqui:
http://laesteladegagarin.blogspot.com.es/search/label/SamLogBook

Alle Bilder © ESA/NASA