{"id":268,"date":"2015-09-21T17:59:05","date_gmt":"2015-09-21T15:59:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.logbuch-iss.de\/?p=268"},"modified":"2026-03-16T18:01:50","modified_gmt":"2026-03-16T18:01:50","slug":"l200-teil-4-dichtigkeitspruefung-in-der-soyuz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logbuch-iss.de\/?p=268","title":{"rendered":"L+200 &#8211; Teil 4: Dichtigkeitspr\u00fcfung in der Soyuz"},"content":{"rendered":"<p>Dies ist der vierte Teil einer Serie von Logbucheintr\u00e4gen, welche zur\u00fcckblicken auf die Abreise, die Landung und die Wiederanpassung.<\/p>\n<p>[forts.] Das Anschnallen in der Soyuz geht nicht so schnell wie das Anlegen eures Sicherheitsgurtes: Der Raum ist beengt, die Position unkomfortabel, einige der Gurte sind schwer zu erreichen. Zus\u00e4tzlich macht es die Schwerelosigkeit, wie ich w\u00e4hrend der Dichtigkeitspr\u00fcfung des Sokol Anzuges merkte, nicht einfacher, da der K\u00f6rper nicht fest im Sitz bleibt. Ich war daher froh, als alles fertig war: Sauerstoff- und Ventilationsschl\u00e4uche befestigt, Kommunikations- und Biomedizinkabel befestigt, Schulter-, Scho\u00df- und Kniegurte festgezogen. Ich zog sie noch nicht fest an, da es noch einige Stunden bis zur Bremsz\u00fcndung und unserem Wiedereintritt in die Atmosph\u00e4re dauern w\u00fcrde. Trotz der physischen Anstrengung des Festziehens war mir im Sokol Anzug nicht besonders warm, weswegen ich die Bel\u00fcftung nicht einschaltete und somit noch einige Minuten Ruhe genie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p>\u00dcber Funk h\u00f6rten wir die vertraute Stimme unseres Soyuz Instruktors Dima, welcher heute Dienst f\u00fcr space-to-ground hatte, so wie er in hunderten Stunden im Simulator in Star City unsere \u201eStimme des Kontrollzentrums\u201c war. Er fragte mich nach dem Status des Anziehens unserer Anz\u00fcge und ich berichtete, dass ich angeschnallt war und Anton gerade Terry im Orbitalmodul half. Anschlie\u00dfend rief ich auf meinem Kommando-und-Kontrolldisplay die Seite auf, die die technischen Parameter unseres Raumfahrtzeugs anzeigte. Alles sah gut aus, au\u00dfer, dass unser CO2 Level anstieg, nahe 4mm Hg. Ich wollte es gerade berichten, aber die Missionskontrolle in Moskau beobachtete es bereits \u00fcber die Telemetrie: Dima gab mir \u00fcber Funk die Anweisung, unsere CO2 Reinigung zu aktivieren, etwas fr\u00fcher, als es in der Checkliste vorgesehen war.<\/p>\n<p>Noch ein paar Druckreporte von Terry und Anton, welche ich an Moskau weitergab, und die Dichtigkeitspr\u00fcfung war abgeschlossen und bestanden: abdocken von der ISS war nun gefahrenfrei. \u00dcbrigens, ich sollte noch hinzuf\u00fcgen, dass wir au\u00dferdem einige Tage vor dem Abdocken einen Check der Lage-D\u00fcsen durchf\u00fchrten. Zuerst schalteten die Flugkontrolleure die ISS in den Drift Modus, was bedeutet, dass die Station sich selbst erlauben w\u00fcrde, durch die D\u00fcsenz\u00fcndung der Soyuz leicht aus der \u00fcblichen Lage gebracht zu werden, ohne aktiv gegen diese St\u00f6rungen vorzugehen. Anschlie\u00dfend nahmen Anton und ich in unseren Sitzen in der Soyuz Platz, wir konfigurierten die Soyuz Systeme so, dass die manuelle Kontrolle die D\u00fcsenz\u00fcndungen steuern w\u00fcrde und Anton richtete die D\u00fcsen nacheinander in allen sechs Freiheitsgraden aus, sodass wir sichergehen konnten, dass sie korrekt auf alle Kontrolleingaben reagieren w\u00fcrden, sowohl die prim\u00e4ren als auch die sekund\u00e4ren Systeme.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Abreisetag, nun war Terry an der Reihe, sich im Sitz festzuschnallen. Nach einigen Minuten schloss sich uns auch Anton im Landemodul an und schloss die Luke, die uns vom Orbitalmodul trennte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_269\" aria-describedby=\"caption-attachment-269\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.logbuch-iss.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/200-p4.png\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-269 size-medium\" src=\"http:\/\/www.logbuch-iss.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/200-p4-300x188.png\" alt=\"Auf diesem Screenshot von unserem Startvideo kann man sehen, wie eng es in der Soyuz ist!\" width=\"300\" height=\"188\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-269\" class=\"wp-caption-text\">Auf diesem Screenshot von unserem Startvideo kann man sehen, wie eng es in der Soyuz ist!<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sobald wir alle festgeschnallt waren, zogen wir unsere Handschuhe an und schlossen den Helm, um die Dichtigkeitspr\u00fcfung unserer Anz\u00fcge zu starten. Als erstes drehten wir das blaue Regulierventil an der Brust auf die geschlossen Position und die Ventilationsstr\u00f6mung der L\u00fcfter blies den Anzug leicht auf. Danach gab Anton einen kurzen 5-sek\u00fcndigen Countdown, an dessen Ende er die Stoppuhr startete, w\u00e4hrend ich gleichzeitig das Ventil \u00f6ffnete, das Sauerstoff in unsere Anz\u00fcge str\u00f6men lie\u00df. Jeder von uns beobachtete den Druckanstieg im Anzug auf den Manometern unserer Handgelenke und berichtete, sobald wir 0.1 atm und 3.5 atm erreicht hatten, sodass Anton die \u201eF\u00fcllzeiten\u201c aufschreiben konnte. Die Bodenkontrolle folgte dem Ganzen ebenfalls, da wir vor der Dichtigkeitspr\u00fcfung den \u00dcbertragungsschalter festgesetzt hatten.<\/p>\n<p>Nachdem wir 3.5 atm erreicht hatten, lie\u00df jeder von uns den Anzug wieder entleeren, die Str\u00f6mgeschwindigkeit mit dem Ventil regulierend, sodass unsere Ohren Zeit hatten, sich an den Druckabfall zu gew\u00f6hnen. Anschlie\u00dfend \u00f6ffneten wir unsere Helme und ich schloss die Versorgung von den Sauerstofftanks. Wir w\u00fcrden die Handschuhe nun erst wieder nach der Landung ausziehen.<\/p>\n<p>Gute Neuigkeiten: alle Anz\u00fcge hatten sich innerhalb der n\u00f6tigen Zeit \u201eaufgef\u00fcllt\u201c, sodass die Dichtigkeitspr\u00fcfung bestanden war. Eine weitere potenzielle H\u00fcrde unserer Abreise lag nun hinter uns! [forts.]<\/p>\n<p>Originaler Logbucheintrag bei Google+<br \/>\n<a href=\"https:\/\/plus.google.com\/u\/0\/+SamanthaCristoforetti\/posts\/hjD2LZup9ei\" target=\"_blank\">https:\/\/plus.google.com\/u\/0\/+SamanthaCristoforetti\/posts\/hjD2LZup9ei<\/a><\/p>\n<p>(Trad IT)\u00a0 Traduzione in italiano a cura di <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/110521588293795504129\" target=\"_blank\">AstronautiNEWS<\/a><\/span>\u00a0 qui:<br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/www.astronautinews.it\/tag\/logbook\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.astronautinews.it\/tag\/logbook<\/a><\/p>\n<p>(Trad FR) Traduction en fran\u00e7ais par <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/111492230072461896562\" target=\"_blank\">Anne Cpamoa<\/a><\/span> ici:<br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"https:\/\/spacetux.org\/cpamoa\/category\/traductions\/logbook-samantha\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/spacetux.org\/cpamoa\/category\/traductions\/logbook-samantha<\/a><\/p>\n<p>(Trad ES) Tradducci\u00f3n en espa\u00f1ol por <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/113164228795140737261\" target=\"_blank\">Carlos Lallana Borobio<\/a><\/span> aqui:<br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/laesteladegagarin.blogspot.com.es\/search\/label\/SamLogBook\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/laesteladegagarin.blogspot.com.es\/search\/label\/SamLogBook<\/a><\/p>\n<p>(Trad Russo) <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/115713678666798494728\" target=\"_blank\">Dmitry Meshkov<\/a><\/span><br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/samlogbook-ru.livejournal.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/samlogbook-ru.livejournal.com<\/a><\/p>\n<p>Alle Bilder\u00a0\u00a9 ESA\/NASA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist der vierte Teil einer Serie von Logbucheintr\u00e4gen, welche zur\u00fcckblicken auf die Abreise, die Landung und die Wiederanpassung. 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