{"id":264,"date":"2015-09-14T19:39:57","date_gmt":"2015-09-14T17:39:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.logbuch-iss.de\/?p=264"},"modified":"2026-03-16T18:01:50","modified_gmt":"2026-03-16T18:01:50","slug":"l200-teil-3-die-letzten-momente-in-schwerelosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logbuch-iss.de\/?p=264","title":{"rendered":"L+200 &#8211; Teil 3: Die letzten Momente in Schwerelosigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Dies ist der dritte Teil einer Serie von Logbucheintr\u00e4gen, welche zur\u00fcckblicken auf die Abreise, die Landung und die Wiederanpassung.<\/p>\n<p>[forts.] Nach dem Ablassen des Drucks aus dem Vestibulum beobachteten wir f\u00fcr einige Minuten die Druckanzeigen des Landemoduls und des Orbitalmoduls unserer Soyuz: beide waren stabil, es gab also kein offensichtliches, schnelles Leck (nicht, dass wir eines erwartet h\u00e4tten!).<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich mussten wir noch ein langsames Leck pr\u00fcfen, bevor wir uns von der Station trennen und uns auf die Luke der Soyuz verlassen w\u00fcrden, unsere Luft drinnen zu behalten. Die komplette Dichtigkeitspr\u00fcfung dauerte 30 Minuten, mit Messungen des Drucks im Vestibulum alle 5 Minuten, aber da es keinen schnellen Druckabfall gab, konnten wir sicher die Luke des Landemoduls \u00f6ffnen und zur\u00fcck ins Orbitalmodul schweben, um unsere Sokol Anz\u00fcge anzuziehen.<\/p>\n<p>Wie geplant ging ich als erstes. Anton und Terry blieben im Landemodul, w\u00e4hrend ich die Soyuz Toilette benutzte. Ich wollte meine Blase so sp\u00e4t wie m\u00f6glich leeren: ich trug zwar eine Windel, war allerdings nicht sicher, sie in den Stunden der Schwerelosigkeit, die noch zwischen uns und dem Bremsman\u00f6ver lagen, auch benutzen zu k\u00f6nnen. F\u00fcr mich funktionieren Windeln und Schwerelosigkeit irgendwie nicht zusammen, wie ich beim Aufstieg erfahren hatte.<\/p>\n<p>Ich zog meinen biomedizinischen G\u00fcrtel mit direktem Hautkontakt und danach meine Sokol Unterw\u00e4sche an, Anton und Terry regelm\u00e4\u00dfig die Manometerwerte durchgebend, sodass sie sie an den Boden berichten konnten. \u00dcber die Dauer von 30 Minuten lag der maximal erlaubte Druckanstieg bei 1mm Hg, um die Luken als dicht bezeichnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anton kam zu mir ins Orbitalmodul, um mir beim Anziehen des Sokol Anzuges zu helfen. Um die Dinge zu beschleunigen, hielt ich mich mehr oder weniger fest, um mich so ruhig wie m\u00f6glich zu halten, damit Anton sich um das Schn\u00fcren und Schlie\u00dfen k\u00fcmmern konnte. Das ist eins der coolen Dinge als Astronaut: man kann sich als Erwachsener von jemand anderem anziehen lassen und niemand lacht einen aus!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.logbuch-iss.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/200-p3.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-265 size-medium\" src=\"http:\/\/www.logbuch-iss.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/200-p3-300x200.jpg\" alt=\"200-p3\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie Anton erw\u00e4hnte hatten wir nicht allzu viel Zeit. Aufgrund eines Tests der Kurs Antennen, welcher w\u00e4hrend des Abdockens im Hintergrund l\u00e4uft, w\u00fcrde die Bodenkontrolle das Aktivierungskommando des Orientierungs- und Navigationssystems \u00fcber eine Stunde fr\u00fcher als an einem \u00fcblichen Abflugtag senden. Wir sprachen zu diesem Zeitpunkt bereits zur Moskau Zeit, da dies die Zeit ist, nach der sich die Soyuz Operationen richten: die Nacht zuvor hatten wir flei\u00dfig die wichtigen Zeiten in unsere Checklisten geschrieben, basierend auf dem Radiogramm, welches wir von der Missionskontrolle Moskau geschickt bekamen. Uns trennte von nun an nicht nur das Vakuum von der Station, sondern, auf eine Art und Weise, auch drei Stunden!<\/p>\n<p>Nachdem ich meinen Sokol Anzug angezogen hatte, welcher mich im Falle eines Druckverlustes w\u00e4hrend des Wiedereintritts am Leben halten w\u00fcrde, trank ich einen letzten Schluck Wasser aus einem Beutel, der im Orbitalmodul verbleiben w\u00fcrde, nahm einen letzten Snack und glitt in meinen Sitz im Landemodul. Es entging mir nicht, dass dies meine letzten Sekunden der Schwerelosigkeit sein w\u00fcrden: einmal in meinem Sitz angeschnallt w\u00fcrde ich mich erst nach der Landung wieder losschnallen. [forts.]<\/p>\n<p>Originaler Logbucheintrag bei Google+<br \/>\n<a href=\"https:\/\/plus.google.com\/u\/0\/+SamanthaCristoforetti\/posts\/Ubf4fP6W4zm\" target=\"_blank\">https:\/\/plus.google.com\/u\/0\/+SamanthaCristoforetti\/posts\/Ubf4fP6W4zm<\/a><\/p>\n<p>(Trad IT)\u00a0 Traduzione in italiano a cura di <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/110521588293795504129\" target=\"_blank\">AstronautiNEWS<\/a><\/span>\u00a0 qui:<br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/www.astronautinews.it\/tag\/logbook\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.astronautinews.it\/tag\/logbook<\/a><\/p>\n<p>(Trad FR) Traduction en fran\u00e7ais par <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/111492230072461896562\" target=\"_blank\">Anne Cpamoa<\/a><\/span> ici:<br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"https:\/\/spacetux.org\/cpamoa\/category\/traductions\/logbook-samantha\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">https:\/\/spacetux.org\/cpamoa\/category\/traductions\/logbook-samantha<\/a><\/p>\n<p>(Trad ES) Tradducci\u00f3n en espa\u00f1ol por <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/113164228795140737261\" target=\"_blank\">Carlos Lallana Borobio<\/a><\/span> aqui:<br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/laesteladegagarin.blogspot.com.es\/search\/label\/SamLogBook\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/laesteladegagarin.blogspot.com.es\/search\/label\/SamLogBook<\/a><\/p>\n<p>(Trad Russo) <span class=\"proflinkWrapper\"><span class=\"proflinkPrefix\">+<\/span><a class=\"proflink aaTEdf\" href=\"https:\/\/plus.google.com\/115713678666798494728\" target=\"_blank\">Dmitry Meshkov<\/a><\/span><br \/>\n<a class=\"ot-anchor aaTEdf\" dir=\"ltr\" href=\"http:\/\/samlogbook-ru.livejournal.com\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\">http:\/\/samlogbook-ru.livejournal.com<\/a><\/p>\n<p>Alle Bilder\u00a0\u00a9 ESA\/NASA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist der dritte Teil einer Serie von Logbucheintr\u00e4gen, welche zur\u00fcckblicken auf die Abreise, die Landung und die Wiederanpassung. 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